Verschmutzungen im Wasser

Wasser ist ein natürlicher Überträger von Bakterien. Abwasser aus Haushalten, Einrichtungen und Industriebetrieben wird über die Kanalisation in den Kläranlagen gesammelt. Anschließend wird es gereinigt und in Oberflächengewässer (Kanäle und Flüsse) abgeleitet. Zusammen mit Wasser aus tieferen Erdschichten wird - wieder gereinigt - an die Abnehmer zurückgeführt. Trotz aufwendiger Reinigung kann wiederaufbereitetes Trinkwasser nicht vollständig keimfrei gemacht werden. Die Wasserwerke handhaben eine Norm von maximal 200 koliformen Bakterien pro Liter geliefertes Trinkwasser - normalerweise eine harmlose Konzentration.

Die Wasserleitungen größerer Gebäude wie Kliniken, Einrichtungen und Hotels sind häufig mehrere Kilometer lang, in denen sich mehrere Abschnitte mit stehendem oder langsam fließendem Wasser befinden. In diesen Abschnitten bildet sich ein Biofilm, eine schleimige Ablagerung an der Leitungswand, die ein natürlicher Nährboden für Bakterien ist.

Unter geeigneten Bedingungen (30-40 °C) vermehren sich Bakterien rasant. Was in harmlosen Mengen in die Wasserleitungen kam, kann sich innerhalb weniger Stunden zu einer krankmachenden Konzentration entwickeln, vor allem, wenn es sich um pathogene Arten wie E. Coli und Legionella pneumophila handelt.

Bakterielle Infektionen über das Wasser treten daher auch mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf. Während der westfriesischen Flora-Ausstellung vor etwa 10 Jahren wurden 450 Menschen durch Vernebelung von Wasser mit den Legionella-Bakterien infiziert; 28 Menschen starben.

Dieses Beispiel ist uns noch gut in Erinnerung geblieben, und es ist keine Ausnahme in der Reihe bakterieller Infektionen geblieben. Anfang 2011 wurde in Hessen die gefährliche EHEC-Variante des E. coli-Bakteriums im Wasser, mit dem Gemüse bewässert wurde, entdeckt. Dies führte dazu, dass mehrere Menschen, die das Gemüse zu sich nahmen, infiziert wurden.

Weiterhin ist unsere Wasserversorgung den Folgen verschiedener Angriffe auf die Umwelt ausgesetzt. Chlor, das zur Abtötung von Mikroorganismen hinzugefügt wird, bildet gefährliche Trihalogenmethane, die bei Kindern zu einer schwerwiegenden Schilddrüsenunterfunktion führen können. Außerdem werden regelmäßig ein erhöhter VOC-Gehalt (Volatile Organic Carbon: flüchtige organische Verbindungen), Pestizide und Herbizide im Grundwasser festgestellt. In den letzten Jahren gibt es immer häufiger Meldungen, dass Rückstände von Medikamenten und Hormonen im Wasser gefunden werden. Die Wasserwerke sind dieser großen Vielfalt an Verschmutzungen nicht gewachsen.

In verunreinigtem Wasser finden sich

Partikel:

  • Pathogene wie z. B. Bakterien
  • Trübstoffe (Partikel 2 - 50 µm)

Gelöste Schmutzstoffe:

  • Geruchs- und Geschmacksbeeinträchtigungen
  • Spuren von Medikamenten
  • THM (Chlorreste)
  • Herbizide und Pestizide
  • Blei, Zink und andere Schwermetalle